Lernzentrum Charité - Medizinstudierende und Notfallsantitäter*innen in Ausbildung übergeben gemeinsam einen Patienten

Lernzentrum Charité: IN-PRO-SIM®

Das interprofessionelle Simulationstraining mit Fachweiterbildenden der Notfallpflege, Auszubildenden Notfallsanitäter*innen der Feuerwehr und Medizinstudierenden

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Stetig steigende Einsatz- und Patientenfallzahlen im Rettungsdienst und in der stationären Versorgung erfordern eine abgestimmte kontinuierliche Versorgungsorganisation zwischen den Schnittstellen Rettungsdienst und Notaufnahme. Denn gerade dort, wo zeitkritische Entscheidungen in für Patienten lebensbedrohlichen Situationen getroffen werden müssen, treten regelmäßig vermeidbare Fehler auf, die Patienten gefährden oder sogar schädigen (Berner et al., 2008; Fordyce et al. 2003).

Es gibt Hinweise darauf, dass nicht die fachliche Expertise, sondern die Verbesserung der Teamarbeit ein zentraler Aspekt ist, um die Fehlerquote in der Akutversorgung zu senken (Hautz et al. 2007).

Daher wollen wir bereits in der Ausbildung die interprofessionellen Teams der Präklinik und Klinik zusammenbringen Kommunikation und Teamwork in interprofessionellen Teams in Notfallsituationen frühzeitig trainieren (Lackner and Burghofer, 2010).

Das interprofessionelle Simulationstraining IN-PRO-SIM® findet 3-4 Mal im Jahr statt. An ganztägigen Simulationstagen trainieren Fachweiterbildende der Notfallpflege, Auszubildende Notfallsanitäter*innen der Feuerwehr und Medizinstudierende in interprofessionellen Teams verschiedene Notfallszenarien. Dabei stehen die interprofessionelle Kommunikation und die Arbeit im Team im Vordergrund.

Ziele

Lernzentrum Charité - Teilnehmer während der Simulation

  • ein frühzeitiges (als Bestandteil der Ausbildung) Training interprofessioneller Zusammenarbeit im Bereich der Notfallversorgung (Schnittstellenmanagement Präklinik-Klinik) von Patienten durchzuführen.
  • ein Bewusstsein für das eigene Rollenverständnis zu entwickeln und gegenseitiges Kennenlernen der Aufgaben, Konzepte und Fähigkeiten der einzelnen Berufsgruppen.
  • Verbesserung der Schnittstellenkommunikation und damit einhergehende Verminderung von Informationsverlust bei Übergaben in der Notfallversorgung.

2018 wurde das Projekt mit dem Max Rubner-Preis ausgezeichnet.

Literatur
  • Berner ES, Graber ML. Overconfidence as a cause of diagnostic error in medicine. Am J Med. 2008;121(5 Suppl):S2–23.
  • Eisenmann D, Stroben F, Gerken J, Exadaktylos A, Machner M, Hautz W. Interprofessional Emergency Training Leads to Changes in the Workplace. West J Emerg Med. 18. Januar 2018;185–92.
  • Fordyce J, Blank FSj, Pekow P, et al. Errors in a busy emergency department. Ann Emerg Med. 2003;42(3):324–33.
  • Hautz WE, Kämmer JE, Exadaktylos A, et al. How thinking about groups is different from groupthink. Med Educ. 2017;51(2):229.
  • Lackner, C.K., Burghofer, K., 2010. Dream Teams are made – not born! Notf. Rettungsmedizin 13, 347–348. doi:10.1007/s10049-009-1270-6
  • Neily, J., Mills, P.D., Young-Xu, Y., Carney, B.T., West, P., Berger, D.H., Mazzia, L.M., Paull, D.E., Bagian, J.P., 2010. Association Between Implementation of a Medical Team Training Program and Surgical Mortality. JAMA 304, 1693. doi:10.1001/jama.2010.1506