Logo der Anamnesegruppen.

Lernzentrum Charité: Anamnesegruppen

Hier stellen sich die Anamnesegruppen des Lernzentrums der Charité – Universitätsmedizin Berlin vor.

Deren Kurzform lautet "Anamnese-AG".

Sie befinden sich hier:

Was passiert in den Anamnesegruppen?

Unter der Anleitung von studentischen Tutorinnen und Tutoren wird das ärztliche Gespräch geübt und reflektiert. Zudem können hieraus entstehende Themen diskutiert werden.

Ein Kurs erstreckt sich meist über ein Semester. Hierzu treffen sich etwa zehn Teilnehmende und zwei studentische Tutorinnen oder Tutoren einmal wöchentlich.

Bei jedem Treffen führt ein Teilnehmer das Patientengespräch mit einer "echten" Patientin oder einem "echten" Patienten, die oder der sich zurzeit in stationärer Behandlung befindet. Eine Empfehlung angelehnt an das Modulhaus des Modellstudiengangs findest Du hier.

Patientengespräch üben

In den Anamnesegruppen üben zwei erfahrene Tutorinnen oder Tutoren mit Euch das Anamnesegespräch: Mit den Teilnehmern finden wöchentlich Treffen auf unterschiedlichen Stationen statt, wo jeder einmal ein Patientengespräch führt. Dieses wird von den anderen Teilnehmenden beobachtet und anschließend gemeinsam ausgewertet. Darüber hinaus werden medizinische Grundlagen zu den jeweiligen Stationen vermittelt.

Den zweiten Teil des Abends bilden Diskussionen, Rollenspiele und besondere Themenformate wie "Umgang mit häuslicher Gewalt" oder "Reaktion auf weinende Patienten". Die Anamnesegruppe ist dabei individuell auf die Wünsche der Teilnehmenden zugeschnitten. Jene lernen auch mehr über sich selbst kennen durch:

  • die Geschichten der Patientinnen und Patienten und
  • den gemeinsamen Austausch in der Gruppe.

Die Atmosphäre ist offen und wohlwollend, sodass jeder seine persönlichen Ziele erreichen kann. Die Anamnesegruppe ist durch ihre Intensität eine sehr außergewöhnliche Erfahrung für die Teilnehmenden.

Was ist eine Anamnese?

Der Begriff "Anamnese" leitet sich vom griechischen Begriff "ἀνάμνησις (anámnēsis)" ab, was zu Deutsch "Erinnerung" bedeutet.

Die Anamnese ist ein systematisches, strukturiertes Gespräch zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient, bei dem

  • sowohl die aktuellen körperlichen Symptome
  • als auch die Krankenvorgeschichte sowie
  • die psychischen, sozialen und kulturellen Einflüsse

beleuchtet werden. Zudem ist sie das entscheidende Element in der vertrauensvollen Beziehung zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient.

Eine gute Anamnese ist essentiell für die Diagnosestellung und kann durch kein MRT, Blutbild oder Gendiagnostik ersetzt werden.

Was bringt die Anamnesegruppe?

  • Übung macht den Meister!
  • Anders als in Kommunikation, Interaktion, Teamarbeit (KIT) sind Eure Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner wirkliche Patientinnen und Patienten mit echten Geschichten.
  • Anders als im Untersuchungskurs habt Ihr 45 Min Zeit für ausführliche Gespräche.
  • Anders als sonst sind Studierende aus allen Semestern zusammen – und Psychologiestudentinnen und -studenten der Humboldt-Universität zu Berlin und Freien Universität Berlin bringen ganz neue Sichtweisen in die Gruppe ein.
  • Anders als im Studium arbeitet Ihr ein Semester lang in einer festen Gruppe mit engagierten Tutorinnen und Tutoren. Sie bringen Euch das bei, was Ihr wissen wollt und was Ihr im Alltag des Arztberufs wirklich braucht.
  • Nebenbei bringt die Teilnahme an der Anamnesegruppe die notwendigen 30 Peer-Teaching-Punkte für die Lehrveranstaltungs- und Lernzielplattform.

Für wen sind die Gruppen geeignet?

  • Für Erstis, die gerade die ersten Schritte ins Studium machen und das Handwerkszeug der ärztlichen Gesprächsführung so früh wie möglich erlernen möchten (denn medizinische Kenntnisse sind noch gar nicht nötig – bei den Gesprächen kommt es auf andere Dinge an).
  • Für Studierende höherer Semester, die schon ein wenig Patientenkontakt im Untersuchungskurs hatten, sich eine KIT-Alternative wünschen und an ihrer Gesprächsfähigkeit professionell feilen wollen.
  • Für Psychologen, die gern ein wenig medizinisches Wissen erwerben und echte Patientinnen und Patienten erleben möchten – und gern ihr Wissen in die Gruppe einbringen möchten.

Anamnesegruppen: Anmeldung

Die Einschreibungstermine werden frühzeitig auf unserer Website bekannt gegeben. Erscheint am Einschreibetag bitte persönlich. Bitte tragt niemanden ein, der nicht selbst vorbeigekommen ist!

Ihr erhaltet dort von uns noch eine kurze Einführung in die Anamnese-AG und könnt Fragen stellen – dann schreibt Ihr Euch ein. Dafür könnt Ihr einen Erst- und einen Zweitwunsch angeben. Bitte prüft vorher, ob Ihr regelmäßig an der Gruppe teilnehmen könnt (und dort keine weiteren Veranstaltungen wie Praktika, Handballtraining oder Kneipenabend geplant sind).

Falls wir zu viele Einschreibungen erhalten sollten, ziehen wir die Bewerber per Losverfahren und sortieren sie in die Gruppen ein. Ihr erhaltet dann in den nächsten Tagen Bescheid, ob Ihr angenommen wurdet. Dann tragt Ihr Euch in der Lehrveranstaltungs- und Lernzielplattform ein. Und schon kann das Abenteuer Anamnese beginnen!